Einschränkungen wegen Corona-Virus

Aufgrund der aktuellen Lage rund um Corona und den Sicherheitsbestimmungen der Stadt Köln ist die aufsuchende Beratungsarbeit zur Zeit noch eingeschränkt. Setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung und wir schauen gemeinsam, wie wir ein Beratungsgespräch am besten durchführen können.

Bitte nutzen Sie dazu die Telefonnummer 0221-221-27162 oder die E-Mail-Adresse ibs [at] stadt-koeln.de.

Alles Gute und kommen Sie gut durch die Zeit!

Ihre Mitarbeiter*innen der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln.

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30 Jahre sind seit dem rassistischen Pogrom in Hoyerswerda vergangen

Am Abend des 17. Septembers 1991 begannen tagelang andauernde rassistische Ausschreitungen in Hoyerswerda, die erst am 23. September mit der Kapitulation vonseiten der Polizei und Politik endeten.

Die Stimmung begann sich auf dem Marktplatz in der Innenstadt aufzuladen. Eine Gruppe Neonazis attackierten vietnamesische Händler, die dabei waren, ihre Stände abzubauen. Die Betroffenen konnten in das örtliche Wohnheim für vietnamesische und mosambikanische Vertragsarbeiter*innen flüchten. Allerdings wurden sie von ca. 40 Rechten und sogenannten Mitläufer*innen verfolgt. Scheiben des Wohnheimes gingen aufgrund von Flaschen- und Steinwürfen zu Bruch, rassistische Parolen wurden gerufen. Die Polizei forderte Unterstützung an, bevor sie eingriff und die Versammlung aufgelöste. Doch auch in den Folgetagen versammelten sich immer wieder organisierte Neonazis, Nachbar*innen und Schaulustige vor dem Wohnheim. Weiterlesen

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Neue Mitarbeiterin

Seit dem 3. September arbeitet Ronja Heukelbach (Pronomen: sie/ihr) als neue Mitarbeiterin bei der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln. Sie übernimmt bis auf Weiteres die Elternzeitvertretung von Julia Klatt und ist unter den offiziellen Kontaktdaten der mbr zu erreichen:

Tel.: 0221-221-27162
Fax: 0221-221-25512
Mail: ibs@stadt-koeln.de

Ronja Heukelbach hat Erziehungswissenschaften und Empowerment-Studies studiert und war schon vor dem 3. September als freie Teamende für die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus tätig. Ihre Schwerpunkte sind die Ideologie und Erscheinungsformen der extremen Rechten sowie die „Neue Rechte“. Weiter befasst sie sich unter anderem mit den Themenfeldern historisch-politische Bildung und Empowerment.

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Rechte Aktivitäten im Rahmen der Flutkatastrophe

Die Flutkatastrophe im Juli machten sich auch rechte Akteur*innen zunutze: Sie reisten in die betroffenen Gebiete um bei den Aufräumarbeiten ‚mit an zu packen‘. Durch diese Hilfeleistung versuchten sie sich als „harmlos“ und „bürgernah“ zu präsentieren. Im Folgenden werden einzelne Akteur*innen aus dem Regierungsbezirk Köln beleuchtet, die sich dieser Inszenierung bedienten.

Akteur*innen der „Querdenken“-Bewegung waren beispielsweise in Ahrweiler vor Ort und nutzten eine Grundschule als Sammlungslager für Nahrungsmittel, Kleidung und Co. Der Blogger Miró Wolsfeld („Unblogd“) aus dem Kölner Raum und der Heinsberger Medienaktivist Sebastian Verboket („Fakten Frieden Freiheit“) sammelten Spenden, um Wolsfelds von der Flutkatastrophe betroffenen Mutter zu unterstützen. Beide spielen im Rahmen des Musikprojekts „die Konferenz“ eine Rolle. Dabei handelt es sich um eine  Kooperation von 20 Musiker*innen und Aktivist*innen, die größtenteils der rechten Szene zuzuordnen sind. So ist beispielsweise der Frontsänger der eigentlich aufgelösten extrem  rechten Band „Kategorie C“, Hannes Ostendorf, mit von der Partie (s. ibs Newsletter Juli/August 2021). Weiterlesen

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In Gedenken an Enver Şimşek

Vor 21 Jahren, am 09.09.2000, wurde Enver Şimşek an seinem Blumenstand in Nürnberg vom sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet. Enver Şimşek immigrierte im Jahr 1986 aus der Türkei nach Deutschland, wo er sich nach der Arbeit in einer Fabrik mit einem Blumenhandel selbstständig machte. Şimşek galt als erfolgreicher Geschäftsmann, war verheiratet und Vater zweier Kinder. Er wohnte in Schlüchtern. Er ist 38 Jahre alt als er an seinem mobilen Blumenstand in einer Parkbucht am Rande einer Ausfallstraße im Osten Nürnbergs mit acht Schüssen aus zwei Pistolen niedergeschossen wird. Zwei Tage später stirbt er an den Verletzungen.

Enver Şimşek war das erste (bisher bekannte) Opfer der rassistischen Mordserie des NSU. Bis heute sind neben Enver Şimşek noch neun weitere Todesopfer des NSU bekannt. Die extrem rechte Terrorgruppe verübte im Zeitraum von 2000 bis 2006 neun rassistisch motivierte Morde an Kleinunternehmern mit Migrationshintergrund. Darüber hinaus ist der NSU für das Sprengstoffattentat am 19.01.2001 in der Kölner Probsteigasse verantwortlich, bei dem das Opfer nur mit viel Glück überlebte, sowie den Nagelbombenanschlag am 09.06.2004 in der Kölner Keupstraße, bei dem mehr als 20 Menschen schwer verletzt wurden.

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Newsletter September 2021

Seit heute steht die September-Ausgabe des monatlichen ibs-Newsletters zum Download bereit. Im Newsletter berichten wir über Veranstaltungen und Ausstellungen des NS-Dok sowie über weitere Veranstaltungen in Köln und Umland, die Themen wie Rassismus, Antisemitismus oder andere Formen von Diskriminierung sowie Rechtsextremismus oder Fragen der Einwanderungsgesellschaft behandeln. In der Rubrik „Am rechten Rand” informieren wir über aktuelle Entwicklungen in der extremen Rechten. Außerdem stellen wir in jeder Newsletter-Ausgabe eine oder mehrere Publikationen zum Thema vor.

Hier steht der Newsletter September 2021 zum Download (pdf) bereit.

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Online-Tagung: Antimuslimischer Rassismus. Erscheinungsformen, Hintergründe und Gegenstrategien vor Ort

Wann: Mittwoch, 29. September 2021, 10-15 Uhr
Wo: online

Ob Angriffe auf Moscheen oder Hassreden im Internet, ob Diskriminierungen auf dem
Arbeits- und Wohnungsmarkt oder Angriffe auf Muslim*innen im Alltag –
antimuslimischer Rassismus hat viele, oftmals verdrängte Gesichter. Dabei ist er längst
nicht nur am vermeintlichen rechten Rand anzutreffen: Er prägt den Alltag der
Betroffenen ebenso wie die gesellschaftliche Debatte und Medienlandschaft. Von der
Sarrazin-Kontroverse oder Berichte über die sogenannte „Clankriminalität“ bis hin zu
Aussagen aus der Politik, wonach der Islam nicht zu Deutschland gehöre – all diese
Beispiele zeigen, wie verbreitet das Feindbild ist.

Wie kann die demokratische Öffentlichkeit, wie kann die politische Bildung auf diese
Situation reagieren? Welche Strategien des Empowernment sind für Betroffene effektiv?
Wie kann sinnvolle Solidarisierung aussehen? Wie lassen sich antimuslimisch-
rassistische Stereotype effektiv kritisieren? Welche Möglichkeiten der Vernetzung
existieren? Wie lassen sich Hass-Botschaften im Internet bekämpfen? Und welche
anderen praktischen Handlungsmöglichkeiten gibt es gegen diese Variante des
Rassismus?
Unsere Fachtagung wird diese und andere Fragen in Vorträgen und Videoclips, in
Workshops und Diskussionsrunden behandeln.
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Gegenstrategien zum antimuslimischen
Rassismus entwickeln wollen. Eingeladen sind Fachleute, Multiplikator*innen und sowie
alle weiteren interessierten Personen. Weiterlesen

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Antisemitische Gewalttat

Die Fachstelle m² teilt mit: Am vergangenen Freitag, den 20. August 2021, kam es in einer Parkanlage am Kaiser-Wilhelm-Ring in Köln zu einer schweren antisemitischen Gewalttat. Medienberichten zufolge wurde ein aus dem Iran stammendender 18-Jähriger, der aufgrund seiner Kippa als Jude zu erkennen war, aus einer etwa zehnköpfigen Gruppe als „Judenschwein“ beleidigt und brutal zusammengeschlagen. Außerdem raubte die Gruppe dem Betroffenen seine Kippa vom Kopf. Im Krankenhaus wurde ein Joch- und Nasenbeinbruch diagnostiziert.

Eine in der Nähe der Grünanlage befindliche Polizeikamera konnte den Übergriff zumindest teilweise aufzeichnen. Nach nur wenigen Stunden konnten so zwei mutmaßliche Täter von Beamten der Polizeileitstelle identifiziert werden und von einer Polizeistreife festgenommen werden. Die Tatverdächtigen sind 18- und 19 Jahre alt. Gegen den 18-Jährigen läuft bereits ein Verfahren wegen Körperverletzung vor einem Kölner Jugendgericht. Weiterlesen

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Veranstaltung: „Germanisches“ in Film und Literatur

Wann: 30. September und 7. Oktober 2021, jeweils um 19 Uhr
Wo: online

Die ibs informiert:
Auch noch heute ist die Idee eines germanischen Volkes weit verbreitet – nicht selten gekoppelt mit der wissenschaftlich haltlosen Vorstellung einer direkten Traditionslinie zu den heutigen ‚Deutschen‘. Damit einhergeht – nicht nur, aber vor allem auch in extrem rechten und rechtspopulistischen Milieus – die Konstruktion eines ethnisch homogenen Volkes und einer entsprechenden ‚deutschen Kultur‘. Grund genug für die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-DOK der Stadt Köln sich diesem Thema zu widmen. Dafür laden wir Sie zum online-Double-Feature „Germanisches“ in Film und Literatur bestehend aus zwei Vorträgen am 30. September und 7. Oktober 2021 ein. Der Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Die Veranstaltungen können auch unabhängig voneinander besucht werden. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weiterlesen

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Spendenaufruf und Diskussionsveranstaltung

Im Januar 1994 starben die 61järige Raina J. und die zwölfjährige Jasminka J. nach einem Brandanschlag in Köln. Sie und ihre Familie gehören der Minderheit der Roma an und flohen wie so viele vor dem Krieg im damaligen Jugoslawien bis nach Deutschland. Die Tat konnte bis heute nicht aufgeklärt werden und ist Teil einer Sammlung von mutmaßlich rassistischen Tötungsverbrechen, deren Hintergründe immer noch nicht vollständig geklärt werden konnten. Auch die Mobile Beratung war bereits mit dem Fall befasst. Mit Hilfe von Spenden konnte die Familie J. im Jahre 2019 nach Serbien reisen und dort einen würdigen Grabstein für Jasminka aufstellen. Obwohl die Familie gerne in Deutschland bleiben möchte, drohte ihr bereits unmittelbar nach der Tat die Abschiebung. Diese Gefahr besteht bis heute und damit seit über 27 Jahren. Aktuell unterstützt vor allem die Opferberatung Rheinland die Familie und sammelt Spenden, damit im Falle einer Abschiebung ein bewohnbares Haus in Serbien zur Verfügung steht oder falls es doch eine Bleibeperspektive geben sollte, es eine Unterkunft in der Nähe des Grabes von Jasminka gibt und damit regelmäßige Besuche möglich sind.

Den Spendenaufruf finden Sie hier.
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Unabhängige Kommission Antiziganismus veröffentlicht ersten Bericht

Im Juni 2021 veröffentlichte die Unabhängige Kommission Antiziganismus (UKA) unter dem Titel „Perspektivwechsel – Nachholende Gerechtigkeit – Partizipation“ ihren ersten Bericht, der am 4. und 5. Juni im Rahmen einer Online-Veranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die Kommission besteht seit März 2019 und setzt sich aus elf Personen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Angesiedelt ist sie beim Bundesinnenministerium.

Der nun vorliegende über 800 Seiten starke Bericht stützt sich auf 15 aktuelle von der Kommission in Auftrag gegebene empirische Einzelstudien, die insbesondere die Perspektiven der Betroffenen aufgreifen. Das Ergebnis des Berichts fällt verheerend aus: „Antiziganismus stellt ein massives gesamtgesellschaftliches Problem in Deutschland dar“ heißt es dort. Antiziganistischer Rassismus sei eine „allumfassende Alltagserfahrung für Sinti_ze und Rom_nja“. Der Bericht spricht von einem „Versagen deutscher Politik, deutscher Gesetzgebungen und deren Rechtsanwendung“. Zudem fehle bis heute eine umfassende Anerkennung der Verbrechen aus der Zeit von 1933-1945. Aber auch das begangene Unrecht nach 1945, das die Expert*innen als „zweite Verfolgung“ bezeichnen, müsse aufgearbeitet werden.
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