Podiumsdiskussion: Wahrnehmungsdiskrepanzen von Antisemitismus in Deutschland

Wann: Dienstag, 18. August 2020, 19 Uhr
Wo: online

Die Partnerschaften für Demokratie Köln laden ein:
Am 9. Oktober 2019 versuchte ein Rechtsextremist an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, in die Synagoge im Hallenser Paulusviertel einzudringen, um die dort versammelten Menschen zu töten. Die Tat löste in den deutschen Medien eine heftige Debatte um die Aktualität antisemitischer Gewalt aus.
Doch auch jenseits von solch schrecklichen Ereignissen zeigt sich Antisemitismus in Deutschland – und das vor allem im Alltag der in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden, in der Schule, im Arbeitsalltag, auf der Straße, im Fußballstadion. In den Diskussionen der vergangenen Jahre um Antisemitismus im Schulalltag zeigt sich, dass viele Schulen dieses Problem nicht ernst nehmen und entsprechend nicht adäquat darauf reagieren. Darin kommt nicht selten zum Vorschein, dass Antisemitismus gar nicht als solcher erkannt und benannt wird.
Generell wird Antisemitismus von der nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft aus verschiedensten Gründen nicht erkannt und erscheint daher den meisten Menschen in Deutschland kaum relevant. Für die jüdische Bevölkerung allerdings ist das Erleben von Antisemitismus omnipräsent und belastend. Auch im pädagogischen Kontext wird selten direkt danach gefragt, was die Erfahrung von Antisemitismus eigentlich für die Betroffenen bedeutet und was sie mit ihnen macht.
Der Frage, wie eine solche Diskrepanz in der Wahrnehmung von Antisemitismus zu Stande kommt, wie sie sich auf die Betroffenen auswirkt und wie dem sinnvoll begegnet werden kann, wollen wir in einer Podiumsdiskussion mit Antisemitismus-Expert*innen und Vertreter*innen der jüdischen Community in Deutschland auf den Grund gehen.Weiterlesen

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Stolpersteine reinigen – machen Sie mit! Aktionswoche #GlanzstattHetze vom 11. bis 17. August 2020

Machen Sie mit beim Putzen der Stolpersteine in Köln! Auf Initiative der Oberbürgermeisterin Henriette Reker und verschiedener Vereine sollen vom 11. bis zum 17. August 2020 alle Stolpersteine in Köln gereinigt werden. Alle sind aufgerufen, sich daran zu beteiligen.

Liegen Stolpersteine vor Ihrem Haus oder in Ihrer Straße? Sind Sie auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder zur Bahn auf Stolpersteine aufmerksam geworden? Dann beteiligen Sie sich bitte an der gemeinsamen Putzaktion. Wir möchten diese wertvollen und wichtigen Erinnerungsmale wieder zum Glänzen bringen.

Über das Kölner Stadtgebiet verteilt sind kleine Gedenktafeln, sogenannte Stolpersteine, in den Boden eingelassen. Diese kleinen Erinnerungsmale werden genau an den Orten verlegt, an denen Menschen vor ihrer Flucht oder Verhaftung durch den Terror des Nationalsozialismus gelebt haben. Sie erinnern uns an deportierte und ermordete Kölner Jüdinnen und Juden, an Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Zeugen Jehovas und Opfer der „Euthanasie“. Weiterlesen

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Gedenkstätte Löwenbrunnen geschändet

In der Nacht vom 10. zum 11. Juli 2020 wurde das Wasser mehrerer Brunnen in der Kölner Innenstadt mit roter Farbe verunreinigt. Im unmittelbaren Umfeld wurden Parolen mit dem Slogan „animals bleed for human greed“ (dt. „Tiere bluten für die Gier von Menschen“) angebracht. Zu dieser Aktion bekannte sich in sozialen Medien die Gruppe „Animal Rebellion Köln“. In einem Schreiben äußern die Tierrechtsaktivist*innen u. a., dass sie „[m]it dieser symbolischen Aktion […] der Regierung vor[werfen wollten], dass sie Blut an Ihren Händen haben durch Verbrechen gegen das Tierwohl, die Ausbeutung von Menschen und die Zerstörung von Lebensgrundlagen in der industriellen Massentierhaltung.“ Daneben finden sich Forderungen nach einem „Systemwandel hin zu einem gerechten pflanzenbasierten Ernährungssystem“.[1]

Als ein Ziel ihrer Sprüh- und Wasserfärbeaktion wählte die Gruppe die Gedenkstätte Löwenbrunnen am Erich-Klibansky-Platz. Diese Stätte, 1990 errichtet, erinnert an mehr als 1.100 jüdische Kinder und Jugendliche, die während des Nationalsozialismus deportiert wurden. Ihre Namen sind an dem Brunnen angebracht. Weiterlesen

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Newsletter Juli/August 2020

Seit heute steht die Juli/August-Ausgabe des monatlichen ibs-Newsletters zum Download bereit. Im Newsletter berichten wir über Veranstaltungen und Ausstellungen des NS-Dok sowie über weitere Veranstaltungen in Köln und Umland, die Themen wie Rassismus, Antisemitismus oder andere Formen von Diskriminierung sowie Rechtsextremismus oder Fragen der Einwanderungsgesellschaft behandeln. In der Rubrik „Am rechten Rand” informieren wir über aktuelle Entwicklungen in der extremen Rechten. Außerdem stellen wir in jeder Newsletter-Ausgabe eine oder mehrere Publikationen zum Thema vor.

Hier steht der Newsletter Juli/August 2020 zum Download (pdf) bereit.

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Corona-Proteste im Regierungsbezirk Köln. Eine Übersicht (Stand 1. Juli)

Corona sei eine Erfindung der Pharmaindustrie, das Virus werde von „denen da oben“ in die Welt gesetzt, Bill Gates wolle im Kampf gegen den Erreger den Menschen Mikrochips einpflanzen lassen… In den Sozialen Medien nahmen diese und andere Verschwörungserzählungen vor Wochen schon rasant Fahrt auf. Bekannte Rapper oder B-Promis teilen entsprechende „Wahrheiten“ im Netz und im öffentlichen Raum finden „Hygiene-Demos“, „Corona-Proteste“ oder Mahnwachen statt – auch in Köln. Dabei handelt es sich oft um ganz unterschiedliche Personen: Menschen, die (zumindest vordergründig) gegen Grundrechtseinschränkungen protestieren, diejenigen, die einfach wieder ihr „normales Leben“ zurück wollen, „besorgte Bürger*innen“ oder rechtsoffene Esoteriker*innen. Aber auch ausgewiesene Rechtsextreme sind dabei.

Gespeist von gezielten Desinformationskampagnen und Fake-News wird behauptet, die Verordnungen der Bundes- und Landesregierungen bedrohten das Grundgesetz, würden eine Diktatur einläuten oder der Versklavung des „deutschen Volkes” dienen. Verdächtigungen und ressentimentgeladene Mythen gab es im Laufe der Geschichte viele; eine Verschwörungs„ideologie“ im eigentlichen Sinne ist jedoch ein Produkt der Neuzeit. Karl Popper sprach von einer „Verweltlichung religiösen Aberglaubens“. Weiterlesen

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Das Jahr des 40. Jubiläums. Jahresbericht 2019 des NS-Dokumentationszentrums erschienen

Im Jahr 2019 konnte das NS-Dokumentationszentrum nicht allein sein 40jähriges Jubiläum begehen, sondern erlebte eines der erfolgreichsten Jahre seiner Geschichte. Das Museum verzeichnete im 18. Jahr in Folge einen Besucherrekord. Mit 97.041 stieg die Zahl der Besuche im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent und im Vergleich zum Jahr 2002 um fast das Vierfache. Besonders steigt seit Jahren die Zahl der Einzelbesucher, zumeist Touristen. Sie stellen weit vor Schulklassen die größte Gruppe.

Das NS-Dokumentationszentrum ist seit dem 1. Juli 2019 der alleinige Nutzer der ehemaligen Gestapozentrale im EL-DE-Haus. Die Umsetzung des Hauses für Erinnern und Demokratie konnte durch die Übernahme der beiden oberen Etagen beginnen. Die Konzepte zu den drei wesentlichen Bereichen der neuen Teile – dem Erlebnisort Demokratie, den Erzählcafés zur Nachbereitung von Führungen im Haus und dem Jungen Museum – konnten 2019 im Wesentlichen fertiggestellt werden. Der Büroteil auf der vierten Etage wurde bereits eingerichtet. Weiterlesen

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Bildungs- und Präventionsarbeit gegen Antisemitismus

In der aktuellen Ausgabe der ‚THEMA JUGEND. Zeitschrift für Jugendschutz und Erziehung‘ beschäftigen sich unsere Kollegen Patrick Fels und Dr. Stefan E. Hößl von der Fachstelle [m²] miteinander mittendrin. Für Demokratie – Gegen Antisemitismus und Rassismus mit dem Thema ‚Bildungs- und Präventionsarbeit gegen Antisemitismus‘.
Ihr Beitrag steht kostenfrei hier zur Verfügung.

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Newsletter Juni 2020

Seit heute steht die Juni-Ausgabe des monatlichen ibs-Newsletters zum Download bereit. Im Newsletter berichten wir über Veranstaltungen und Ausstellungen des NS-Dok sowie über weitere Veranstaltungen in Köln und Umland, die Themen wie Rassismus, Antisemitismus oder andere Formen von Diskriminierung sowie Rechtsextremismus oder Fragen der Einwanderungsgesellschaft behandeln. In der Rubrik „Am rechten Rand” informieren wir über aktuelle Entwicklungen in der extremen Rechten. Außerdem stellen wir in jeder Newsletter-Ausgabe eine oder mehrere Publikationen zum Thema vor.

Hier steht der Newsletter Juni 2020 zum Download (pdf) bereit.

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Filmtipp: „Jeder hat das Recht…“, Medienprojekt Wuppertal

© Medienprojekt Wuppertal e.V.

Das Medienprojekt Wuppertal hat einen Film gedreht der Eindrücke von unterschiedlichen Corona-Kundgebungen am Tag des Grundgesetzes (23.05.2020) in Wuppertal, Köln, Dortmund, Bonn und Leverkusen wiedergeben.

 

 

„Am 23. Mai 2020, dem Tag des Grundgesetzes, gingen in ganz Deutschland Bürger*innen in Hunderten Demonstrationen und Kundgebungen für die Grundrechte in Corona-Zeiten auf die Straße. Für diesen Film haben sechs Teams von jungen Filmemacher*innen vom Medienprojekt Wuppertal in fünf Städten (Wuppertal, Köln, Dortmund, Bonn, Leverkusen) Eindrücke von den verschiedenen Demonstrationen und Menschen aus einem breiten politischen Spektrum gesammelt: von Gegnern der Corona-Schutzauflagen, Bürgerrechtlern, Anhängern von Verschwörungstheorien, Impfgegnern, Rechtsradikalen, Linken, Esoterikern, Demokratieskeptikern, Unterstützern von Geflüchteten und Umweltschützern. Alle reklamieren die Freiheit und die demokratischen Grundrechte für sich und nehmen dabei mit fundamental unterschiedlichen Ansichten das im Grundgesetz garantierte Demonstrationsrecht und die freie Meinungsäußerung in Anspruch. Es geht um die Wut auf die temporären Einschränkungen, die Verachtung der staatlichen Regeln der Pandemie, um Ängste, Mythen, Feindbilder, Verschwörungen von Angela Merkel, der WHO, Bill Gates und Virologen. Viele Demonstrierenden beanspruchen die Deutungshoheit für sich, wollen Schuldige finden, querdenken, Widerstand leisten.

Der Film zeigt ein unkommentiertes Stimmungsbild und setzt auf die Kompetenz der Zuschauer*innen, die unterschiedlichen Meinungen einzuordnen. Wie verwirrt oder indoktriniert die Interviewten im Film erscheinen, ist dadurch auch vom unterschiedlichen Standpunkt und Blickwinkel der Zuschauer abhängig. Die geäußerten Meinungen entsprechen nicht immer den Meinungen der Filmemacher*innen. Demokratie heißt aber, diese trotzdem zu zeigen, um sich mit Andersdenkenden auseinandersetzen. Demokratie heißt Meinungsbildung im Diskurs. Filme können bewegen. (Quelle: YouTube/Medienprojekt Wuppertal)

Den Film ist hier abrufbar.

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9 Thesen zu Anfeindungen, Verschwörungsmythen und rechtsoffene Versammlungen im Kontext der Corona-Pandemie

Die gesellschaftlichen Herausforderungen durch die aktuelle Covid-19-Pandemie haben seit Februar 2020 nicht zuletzt zu drastischen staatlichen Maßnahmen geführt. Diese werden zum einen in den Sozialen Medien häufig emotionalisiert diskutiert, zum anderen finden in vielen Orten Kundgebungen und Proteste als Reaktion statt. Nicht selten lassen sich jedoch sowohl online als auch in Redebeiträgen auf den „Corona-Demos“ antisemitische Bilder oder Verschwörungsmythen und Erzählstränge aus dem extrem rechten und antidemokratischen Repertoire wiederfinden. Diese werden zunehmend insbesondere in den Sozialen Medien weit über das (extrem) rechte Milieu hinaus verbreitet. Zeitgleich kommt es vermehrt zu Angriffen und Bedrohungen, zunächst vor allem gegen als asiatisch gelesenen Menschen.

Auf der Basis der Erfahrungsberichte der Mobilen Beratungsteams aller 16 Bundesländer bis zum 18.05.2020, in die die Beratungsarbeit, die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen vor Ort und die Recherchetätigkeiten eingeflossen sind, werden in diesem aktuellen Papier des Bundesverbands Mobile Beratung erste Thesen formuliert, die eine Einschätzung der aktuellen Situation hinsichtlich extrem rechter, rassistischer und antisemitischer Akteur*innen, Strategien und Ideologiefragmenten sowie daraus sich ergebenden gesellschaftlichen Herausforderungen möglich machen.

Die Einschätzung des Bundesverbandes Mobile Beratung finden Sie hier

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