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Jahresbericht NS-DOK und ibs erschienen

Die Corona-Pandemie hat natürlich auch die Arbeit des NS-Dokumentationszentrums im Jahr 2020 bestimmt. Die beiden Lockdowns führten vom 14. März bis zum 5. Mai und ab dem 2. November 2020 zur Schließung des Hauses und zur Absage aller Präsenz-Veranstaltungen in dieser Zeit. In der Zeit der Öffnung fehlten lange die beiden Hauptbesuchsgruppen: Touristen und Schulklassen. Diese führte zu einem erheblichen Rückgang an Besucherinnen und Besuchern: Hatten wir 2019 fast die 100.000-Marke erreicht, so ging die Besucherzahl im Jahr 2020 auf 31.224 zurück – ein Rückgang um fast zwei Drittel. Dies ist ein Wert, den das NS-DOK zuletzt 2004 hatte.
Doch so gravierend die Einschnitte auch waren, zeigt doch der Jahresbericht 2020, dass das NS-Dokumentationszentrum als Museum und Gedenkstätte deutlich mehr ist als ein Ausstellungs- und Veranstaltungsort. In vielen anderen Bereichen lief der Betrieb im Wesentlichen weiter und konnte ein umfangreiches Programm entwickelt werden. Dies zeigt allein, dass der Jahresbericht 2020 mit 256 Seiten den gleichen Umfang hat wie im Jahr zuvor.

Es wurden sieben Sonderausstellungen gezeigt: Vergiss deinen Namen nicht – Die Kinder von Auschwitz; Erinnern – Eine Brücke in die Zukunft. Ausstellung von Arbeiten zum 22. Jugend- und Schülergedenktag 2020; Kriegsenden in Köln: 6. März – 8. Mai 1945; Die IG Farben und das Konzentrationslager Buna-Monowitz. Wirtschaft und Politik im Nationalsozialismus; wächst das Rettende – das kurze Leben des Felix Nussbaum. Eine Kunstausstellung von Grigory Berstein (in kürzester Zeit anstelle der in das Jahr 2021 verschobenen Ausstellung Thessaloniki); Das Reichsarbeitsministerium 1933-1945. Beamte im Dienst des Nationalsozialismus; Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand während des Holocaust.

Fortschritte bei Planung und Umsetzung der Erweiterung des NS-Dokumentationszentrums zum „Haus für Erinnern und Demokratie“ konnten erzielt werden. Die geplante Klimatisierung wurde stark ausgeweitet, um auch größeren Gruppen zukünftig ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen.

Gebührenfreiheit für Kölner Schülerinnen und Schüler: Der Rat hat auf seiner Sitzung am 10. September 2020 einstimmig beschlossen, die Bildungsarbeit des NS-Dokumentationszentrums dauerhaft zu stärken. Kölner Schulklassen können zukünftig Führungen, Kurse und andere pädagogische Angebote wie Workshops im NS-Dokumentationszentrum kostenlos nutzen.
Köln verfügt seit dem 15. März 2020 über einen neuen und bedeutenden Gedenkort, den „Gedenkort Deportationslager Köln-Müngersdorf“.

Die Arbeit der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus wurde erheblich verstärkt. Die neue Fachstelle „[m²]: miteinander mittendrin. Für Demokratie – Gegen Antisemitismus und Rassismus“ startete 2019 mit Bildungsangeboten. 2020 kamen zwei weitere Bereiche hinzu: Recherche und Dokumentation antisemitischer Vorfälle und die Beratung für von Antisemitismus betroffenen Menschen. Im NS-DOK verfügt die Stadt Köln damit über ein bundesweit einzigartiges Angebot einer Kommune zur Auseinandersetzung gegen den Antisemitismus. Selbst zu Corona-Zeiten führte die ibs insgesamt beachtliche 151 Veranstaltungen zum Thema Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus durch oder war direkt an diesen beteiligt.

Auch in Zeiten der Pandemie herrschte ein reges Interesse an der Arbeit des NS-DOK: Insgesamt 9.399 Personen nahmen an 630 Führungen und Workshops des NS-DOK teil. Selbst in Corona-Zeiten konnten immerhin 115 Veranstaltungen durchgeführt werden (2019 rund 200). Der Besuch der Internetseiten ist ebenso stark gestiegen wie die Zahl der Anfragen. Die Zeit der Lockdowns kam der Arbeit an wissenschaftlichen Projekten zugute. Dies gilt insbesondere für das große Projekt „Opposition und Widerstand“. Auch 2020 erhielt das NS-DOK wieder bedeutende Sammlungszugänge für die Dokumentation und den Bereich Jüdische Geschichte.

So gesehen kann das NS-Dokumentationszentrum selbst für die Zeit der Pandemie auf eine erfolgreiche Arbeit zurückblicken.

Der 256 Seiten umfassende Jahresbericht steht als PDF zum Download zur Verfügung unter: www.nsdok.de
Die Druckfassung kann auf Wunsch zugesandt werden. Bestellung unter:
nsdok@stadt-koeln.de
Hier finden Sie zum Download den Jahresbericht ibs 2020

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