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Vortrag: Das Deportationslager Köln-Müngersdorf. Vom „vergessenen“ Ort des NS-Terrors zum würdigen Gedenkort

Wann: Donnerstag, 17. Januar 2019, 19:00 Uhr
Wo: Lern- und Gedenkort Jawne, Albertusstraße 26 (Erick-Klibansy-Platz), 50667 Köln

Der Jugendclub Courage e.V. und der Lern- und Gedenkort Jawne laden ein:
Kaum ein Ort in Köln ist mit der Entrechtung, Deportation und Ermordung der jüdischen Bevölkerung so eng verbunden wie das ehemalige „Judenlager Müngersdorf“, das Ende 1941 in den Kasematten des „Fort V“ (aus den 1870er Jahren stammende preußische Befestigungsanlage) und als dort in der Nähe gelegenes Barackenlager existierte. Das Lager wurde 1941 von der Stadt Köln in Abstimmung mit der Gestapo als Lager für die zu diesem Zeitpunkt noch verbliebene jüdische Bevölkerung Kölns und der Umgebung geplant und errichtet. Zwangsfinanziert wurde es aus dem Vermögen der jüdischen Gemeinde, die mehrere hunderttausend Reichsmark zur Verfügung stellen musste.

Das Lager Müngersdorf war die „Endstation“ vor der endgültigen Deportation der Juden im Großraum Köln. Es wird davon ausgegangen, das etwa 4000 bis 5000 Personen in dem Lager lebten bzw. durchgeschleust wurden, bevor sie vom Bahnhof Deutz-Tief aus den Weg in die Vernichtungslager in Osteuropa antreten mussten.

Gegen Ende des Krieges wurde das Gelände auch als Arbeitserziehungslager (AEL) unter dem berüchtigten Lagerleiter Heinrich Brodesser genutzt. Mit dem Näherrücken der US-amerikanischen Truppen wurde das Lager am 1. März 1945 geräumt; die verbliebenen Häftlinge wurden mit einem „Evakuierungsmarsch“ über Wipperfürth in das „AEL Hunswinkel“ bei Lüdenscheid getrieben.

1947 standen, wie ein Foto aus selbigem Jahr bezeugt, noch die Reste der massiven Umzäunung des Barackenlagers, und ebenfalls nur wenige Monate nach Ende des Krieges begann man links und rechts der Lagerstraße mit ersten Anpflanzungen und dem Anlegen der Schrebergartensiedlung, die heute den Namen „Kleingärtnerverein Waldfriede e.V.“ trägt.

Mit der Erinnerung an die Geschehnisse tat man sich schwer. Erst 1981 wurde von der Stadt Köln auf dem Gelände des ehemaligen „Fort V“ ein Findling mit einer kleinen Gedenktafel installiert.

Der Initiative des „Bürgerverein Köln-Müngersdorf e.V.“, der 2014 begann, die historischen Ereignisse in den genaueren Blick zu nehmen, ist es zu danken, dass nun ein würdiger Gedenkort sowohl am Ort des ehemaligen „Fort V“ als auch am Standort des ehemaligen Barackenlagers entstehen wird.

Roland Schüler, Kurt Schlechtriemen und Hildegard Jahn-Schnelle vom Bürgerverein Müngersdorf werden an diesem Abend die Geschichte des Ortes skizzieren, Biografien einzelner NS-Opfer vorstellen und über den Weg zu einem würdigen Gedenken an diesem viel zu lange Zeit „vergessenen“ Ort des NS-Terrors berichten.

Der Eintritt ist frei

 

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