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Rassistischer Vorfall bei Viktoria Köln

(c) Viktoria Köln

Am 19. August kam es im Kölner Sportpark Höhenberg während des DFB-Pokalspiels zwischen Viktoria Köln und RB Leipzig zu rassistischen Beleidigungen und Körperverletzungen auf der Fantribüne. Während des Fußballspiels war es im Fanblock des Stadions mehrfach zu rassistischen Rufen gekommen, erklärte die antirassistische Fangruppe „High Society Höhenberg“ einen Tag nach den Vorfällen auf ihrer Facebookseite. Demnach wurden die entsprechenden Personen aufgefordert, diese Rufe zu unterbinden, woraufhin Mitglieder von „High Society Höhenberg“ körperlich attackiert wurden. Mindestens eine Person erlitt dabei Gesichtsverletzungen. Die Gruppe, die sich gegen Diskriminierung im Fußball einsetzt, forderte in ihrer Erklärung „ein konsequentes Vorgehen des Vereins gegen Rassismus und rechte Strukturen in der Viktoria Köln Fanszene“. Weiterhin erklärte sie, dass auch Personen aus dem Umfeld des Fußballvereins Hammer SpVg. an dem Angriff beteiligt gewesen waren. Die Hammer Fanszene hat seit Jahren ein offensichtliches Problem mit einem neonazistischen Personenkreis. Erst im Mai dieses Jahres wurde etwa bei einem Heimspiel der Hammer SpVg. ein Plakat für die verurteilte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck präsentiert.

Mit den „Sufftras Cologne“ äußerte sich zudem eine weitere Fangruppe von Viktoria Köln in einem Statement auf ihrer Website und bekannte sich darin zu dem Angriff. Die rassistischen Rufe wurden von der Gruppe nicht erwähnt, stattdessen heißt es in der Erklärung: „Nachdem ein minderjähriger Fan nach einem im Gefecht unüberlegten Ausspruch angegangen wurde, warfen wir uns dazwischen (…).“ So entschuldigte man sich auch nicht bei einem der Opfer, das eine Jochbeinprellung erlitt, sondern stattdessen bei der eigenen Mannschaft, die man nach dem Vorfall nicht mehr wie gewohnt unterstützen konnte. Außerdem gab man bekannt, „solche Geschichten intern zu behandeln“, denn „von lächerlichen Unwahrheiten aus der Medienwelt“ ließe man sich „nicht unterkriegen“.

Der FC Viktoria Köln bedauerte den Vorfall und versprach eine schnelle Aufklärung. Weiterhin distanzierte sich der Verein von Rassismus und Gewalt und kündigte an „entschieden dagegen vorgehen“ zu wollen. Im November 2017 startete Viktoria Köln die Kampagne „Rechtsrheinisch gegen Rechts“ und positionierte sich mit dem „Viktoria-Grundgesetz“ gegen Diskriminierung und Antisemitismus sowie für Toleranz und Gleichberechtigung. Die „High Society Höhenberg“ mahnt allerdings schon seit längerem an, dass diese Kampagne auch mit Leben gefüllt werden müsse. (kl)

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