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Vortrag: 70 Jahre Kriegsende. 20 Jahre Wehrmachtsausstellung.

Das Ende der Legende von der „sauberen Wehrmacht“ und die neuen Legenden

Wann: Freitag, 6. November 2015, 19 Uhr
Wo:
NS-Dokumentationszentrum, Appellhofplatz 23-25, Köln

15536_allIm März 1995 präsentierte das Hamburger Institut für Sozialforschung erstmals die Ausstellung »Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944«, die vier Jahre lang in 34 deutschen und österreichischen Städten zu sehen war und von fast einer Million Menschen besucht wurde. Die Präsentation löste einen Schock aus: Sie zerstörte die Legende, wonach ausschließlich die SS für alle Verbrechen verantwortlich gewesen, die Wehrmacht aber in Erfüllung ihrer militärischen Pflicht »sauber und anständig« geblieben sei.

Die Ausstellung wies nach, dass der Holocaust bereits 1941 in der besetzten Sowjetunion begonnen hatte, mit den von der Wehrmacht unterstützten Massenerschießungen der SS-Einsatzgruppen hinter der Front. Außerdem wurde die Dezimierung der als ›minderwertig‹ geltenden sowjetischen Bevölkerung geplant und umgesetzt – fast 30 Millionen Menschen verloren ihr Leben. All dies geschah maßgeblich durch die Institution Wehrmacht, die auf der Grundlage entsprechender Befehle und mit 10 Millionen Soldaten dafür verantwortlich war.

Hannes Heer, inhaltlicher Leiter der Ausstellung, zieht Bilanz über die kontrovers geführten Debatten, die die Ausstellung in der Bundesrepublik auslöste und liefert einen Ausblick auf die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Täterschaft.
Hannes Heer ist Historiker, Regisseur und Publizist.

Eintritt: 4 €, ermäßigt: 2 €

| Freitag 6. November 2015 @ 19:00
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