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Pegida-Demonstrationen auch in Bonn und Köln

IMG_7403aSeit einigen Wochen ziehen die „Spaziergänge“ der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) in Dresden mehrere Tausend Demonstrant_innen an. An diesen Erfolg versuchen nun auch Personen aus Nordrhein-Westfalen in mehreren Städten anzuknüpfen. Zur Veranstaltung in Düsseldorf am 8. Dezember kamen lediglich etwa 450 Teilnehmende, ab nächsten Montag (15.12.) soll in Bonn demonstriert werden, im kommenden Jahr dann auch in Köln.

In Düsseldorf war ein äußerst heterogenes Spektrum vor dem Landtag vertreten, darunter eine deutliche Präsenz der extremen Rechten: Anwesend waren „Die Rechte“, die NPD, pro NRW, die „German Defense League“, p.i.-news, einzelne Republikaner sowie dem rechten Hooligan-Spektrum zuzuordnende Personen. Als Versammlungsleiter trat Sebastian Nobile auf, ehemals Aktivist der „Sektion Köln“ der „German Defense League“, bis er dann zur „Identitären Bewegung“ (IB) wechselte. Die Begrüßungsrede sollte Alexander Heumann, Sprecher der „Patriotischen Plattform“ der „Alternative für Deutschland“ halten. Da Heumann jedoch zu Beginn nicht anwesend war, wurde der „Spaziergang“ – zum Hafen und zurück – vorgezogen.

„Porno statt Adorno“ auf dem Stundenplan?
IMG_7373In seiner anschließenden Rede warnte Heumann vor der „Islamisierung“, aber auch vor den „Radikalfeministen“, die erreicht hätten, dass in der Schule „Porno statt Adorno“ auf dem Stundenplan stehe. Als Rednerin folgte Melanie Dittmer, Aktivistin der IB Rheinland mit neonazistischer Vergangenheit, mittlerweile Beisitzerin im Landesvorstand von pro NRW und Anmelderin von „Bogida“ (Bonn gegen…). Während der Schlussrede Nobiles zeigten sich bereits deutliche Auflösungserscheinungen der Kundgebung.
Dittmer warb in ihrer Rede für die Demonstration(en) in Bonn. Sie hoffe auf 800 Teilnehmende, auch wenn Bonn schwieriger sei als Düsseldorf, da es eine „Studentenstadt“ sei. Die entsprechende Facebook-Veranstaltung zählt jedoch bisher nicht mal 300 Zusagen. Laut der „Rheinischen Post“ wurden noch für 2014 drei weitere Versammlungen in Bonn angemeldet.
Über das Label „Pegida“ versucht die extreme Rechte, über das eigene Spektrum hinaus zu mobilisieren und zu punkten, ohne dabei die eigene Szene zu deutlich auszuschließen. Um eine Distanzierung vom „Rechtsextremismus“ wenigstens anzudeuten, heißt es in dem Aufruf für Bonn: „Wir distanzieren uns von politisch motivierter Gewalt und Meinungsunterdrückung aus jedem politischen Lager.“

Im Januar in Köln?
Seit kurzem existiert auch eine Facebook-Seite „Köln gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kögida). Hieß es hier anfangs, man werde in Köln eine Veranstaltung anmelden, sobald die Seite 1000 „Likes“ hätte, so scheinen die Planungen sich doch bereits konkretisiert zu haben – obwohl erst 550 Facebook-User die Seite „mögen“. Auf der Seite heißt es: „Liebe Leute – Köln wird im neuen Jahr richtig durchstarten und dann wollen wir dran bleiben. Jeder, der gerne aktiv dabei sein möchte: Bitte melden und ladet Freunde ein. Wir müssen Teil der Lawine werden, die momentan durch das Land rollt. Düsseldorf war nur ein Anfang – diese verkorkste Politkaste wird sich noch wundern! Das Volk ist wieder da – der Wecker hat geklingelt und man hört ihn von Dresden aus im ganzen Land! Der Michel reibt sich den Schlaf aus den Augen! Jetzt hilft keine Nazikeule mehr, kein verbales Heroin – nichts lässt ihn mehr einschlafen.“
Nach Eigenangaben arbeiten die Organisator_innen in Düsseldorf, Bonn und Köln eng zusammen. Man scheint sich noch nicht festgelegt zu haben, ob in Zukunft die Städte wöchentlich gewechselt werden oder die Veranstaltungen parallel laufen sollen.
Jenseits des Rheinlandes scheinen auch in Witten und Unna Aktivitäten geplant zu werden.

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