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ALLTAGSmasken geSICHTet –

zwischen zugehörig sein und ausgegrenzt werden

Bericht über die Aktion des „Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung“ anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus am 21.03.2013 in den KölnArcaden

(c) Ralph Lennartz: Musiker / Klangkunst / Fotografie

Mittwoch, 21. März 2013, 12 Uhr: Menschen mit weißen Masken mischen sich unter die PassantInnen in den KölnArcaden. Sie fahren die Rolltreppe hinauf und hinunter, lehnen sich an das Geländer, stehen vor Geschäften. Aus den Lautsprechern tönen Alltagsgeräusche unterlegt von sanften Gitarrenklängen. Die Maskierten treten in eine nonverbale Interaktion mit den Passanten: „Manche haben uns fotografiert, andere haben uns ‚Hallo’ gesagt. Manche haben sich aber auch erschreckt”, erzählt die Schülerin Bibiana Sabová, die als eine von 6 Spielerinnen und 2 Spielern an der Aktion des Kölner Forums gegen Rassismus teilgenommen hat. Die Performance irritiert – und das soll sie auch.

„Durch die Alltagsmasken werden Fragen aufgeworfen: Wer könnte darunter stecken? Was bedeutet es, dass Menschen alle mit der gleichen Farbe maskiert sind und nicht sprechen? Vielleicht sind diese zwei Merkmale, Sprache und Hautfarbe, ja die Kategorien, auf denen Ausgrenzung und Rassismus basiert?“ sagt Jae-Soon Joo-Schauen von der Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen agisra und eine Sprecherin des Kölner Forums. „Das Medium Maske lenkt die Aufmerksamkeit auf die nonverbale Wahrnehmung und ermöglicht ein Wechselspiel zwischen Verborgenem und Enthülltem, Verdecktem und Demaskiertem“, erklärt Maria Gorius, die als künstlerische Leiterin die generationenübergreifenden Performance entwickelt hat. Michel Pszczyk, eine der Beteiligten erzählt: „Wir wollen zeigen, dass alle gleich sind.“ So findet jede und jeder einen unterschiedlichen Zugang zu der Aktion.

Die Hauptintention des Kölner Forums: „Wir wollen durch diese Aktion ins Gespräch mit den Menschen kommen und den Meinungsaustausch unterstützen“, so Jae-Soon Joo-Schauen.

Die Performance soll als künstlerischer Impuls die PassantInnen emotional ansprechen und Interesse für den Infostand des Kölner Forums wecken. Dort kommen Interessierte ins Gespräch mit den SpielerInnen oder Mitgliedern des Kölner Forums. Diese berichten über ihre Arbeit und geben Hinweise darauf, wie man gegen Rassismus aktiv werden kann oder wo von Diskriminierung Betroffene sich beraten lassen können. Das Kölner Forum hat hierzu auch eine Broschüre erstellt, in der die verschiedenen Beratungsstellen vorgestellt werden.

„Wir wollen Rassismus auf die Tagesordnung setzen“, betont John Mukiibi von Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V./Antidiskriminierungsbüro Köln. „Ich hoffe, dass wir mit dieser Aktion heute einen Schritt dazu getan haben.“

Das Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung wurde 2009 gegründet und vereint viele verschiedene städtische und nichtstädtische Organisationen und Institutionen. Ziel des Forums ist es, Maßnahmen zur Information und Aufklärung der Bevölkerung über Rassismus und Diskriminierung zu fördern und zum Abbau und zur Verhinderung von Benachteiligungen von Kölnerinnen und Kölnern mit Migrationshintergrund beizutragen.

Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

Jae-Soon Joo-Schauen
Agisra/Informations- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen
Martin Str. 20a
50667 Köln
Tel.: 0221 – 124019 / 1390392
Fax: 0221 – 9727492
joo-schauen@agisra.org

John Mukiibi
AntiDiskriminierungsBüro Köln/Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V.
Berliner Str. 97-99
51063 Köln
Tel.: 0221 – 964 76 300
Fax: 0221 – 952 11 26
john.mukiibi@oegg.de

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