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Kolloquium: „Nach‛45“:Entnazifizierung,Wiedergutmachung,Strafverfolgung

Wann: Freitag, 21. März 2014, 13Uhr
Wo: El-De-Haus, Appellhofplatz 23-15,  Köln

Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln lädt zum dritten Mal herzlich zur 11851_loVeranstaltungsreihe „Kolloquien des NS-DOK“ ein. Die Kolloquien stellen jüngere Untersuchungen zum NS-Regime in Köln und dem Rheinland vor sowie Forschungsprojekte, die neue Perspektiven auf die Zeit des Nationalsozialismus und deren Aufarbeitung entwickeln. Neben einführenden Referaten steht die Diskussion von Quellengattungen und Forschungsansätzen im Mittelpunkt. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft und geschichtlich interessierter Öffentlichkeit zu fördern.
Das diesjährige Kolloquium widmet sich der Frage, wie mit der NS-Vergangenheit in den Feldern der Entnazifizierung, Wiedergutmachung und Strafverfolgung umgegangen wurde. Dabei sollen verschiedene Perspektiven und Akteure in den Blick genommen werden.
Die Tagung beginnt mit einem Vortrag von Prof. Constantin Goschler (Bochum) zu Stand und Perspektiven der Forschung.
Dann berichtet Dorna Hatamlooy (Bochum) von ihrer laufenden Untersuchung zur Tätigkeit der nordrhein-westfälischen Justiz im Bereich der Wiedergutmachung, in der die Praxis der Rechtsprechung und die Handlungsmuster der beteiligten Richter eingehend analysiert werden.
Ein anderes Feld der Nachkriegsjustiz rückt Wibke Schmidt (Köln/München) in den Mittelpunkt: das Staatsschutzrecht. Am Beispiel von Strafverfahren, wie sie seit den 1950er-Jahren im Zuge des KPD-Verbots durchgeführt wurden, befasst sie sich mit den Kontinuitäten und Diskontinuitäten im politischen Strafrecht über die Zäsur von 1945 hinweg.
Jascha März (Köln) stellt einen Ausschnitt aus seiner Dissertation vor, die sich mit den Verbänden der NS-Verfolgten befasst und die unterschiedlichen Formen und Inhalte politischer Interessenvertretung „nach ‛45“ in den Blick nimmt.
Hanne Leßau (Bochum) präsentiert einen Aspekt aus ihren Forschungen zur Konstruktion der NS-Vergangenheit im Rahmen der Entnazifizierung und zeigt, welche Handlungsspielräume es für die örtlichen Akteure im Entnazifizierungsprozess gab. Anschließend berichtet Andreas Kinast (Schwalmtal) von seinen Untersuchungen zur Geschichte der Kinderfachabteilung in der früheren „Heil- und Pflegeanstalt“ Waldniel. Dabei zeigt er, welche Rechtfertigungsstrategien die Verantwortlichen der sogenannten „Kindereuthanasie“ nach Ende des NS-Regimes entwickelten und wie die Nachkriegsgesellschaft hierauf reagierte.

Eintritt: frei

Ort: Vortragsraum im Pädagogischen Zentrum des NS-Dokumentationszentrums

Eine schriftliche Anmeldung unter Angabe des Forschungsinteresses wird erbeten unter: nsdok@stadt-koeln.de

| Freitag 21. März 2014 @ 13:00
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