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Rechter „Balladenabend“ fand in Kerpen statt

Kerpen/Aachen. Ein neonazistischer „Balladenabend im Aachener Land“ des regionalen Kreisverbandes der Partei „Die Rechte“ (DR) fand in Kerpen-Manheim statt. Angekündigt worden war die überwiegend konspirativ organisierte und beworbene Veranstaltung zuvor für den „Raum Aachen“. Laut Polizei nahmen am Abend des 21. Oktober rund 40 bis 50 Besucher daran teil. Vermutlich trat der ehemalige Sänger der als kriminelle Vereinigung geltenden Band „Landser“, Michael Regener alias „Lunikoff“, als brauner Liedermacher auf.

Mit jenem „Balladenabend“ führte der DR-Kreisverband wohl einen Teil der früheren Veranstaltungen der verbotenen „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) fort. So sollen denn auch organisatorisch alte KAL-Kader eingebunden gewesen sein. Laut Landesverfassungsschutz gilt der hiesige DR-Kreisverband als ein durch das Parteienprivileg geschütztes Auffangbecken für Mitglieder der im August 2012 verbotenen KAL.

Beworben hatte der DR-Kreisverband Aachen der Splitterpartei den „Balladenabend“ kurz vor besagtem Montag überwiegend szeneintern. Dabei kündigte die Partei aber lediglich den Auftritt eines „regionalen Liedermachers“ sowie eines „prominenten Überraschungsgastes“ an. Letztgenannter sei „weltweit in nationalistischen Kreisen für seine musikalischen Darbietungen bekannt“, hieß es in der in Neonazi-Kreisen verbreiteten Einladung. Der Eintritt betrug demnach 10 Euro, angeboten werden sollten Bier vom Fass und „deutsche Hausmannskost zu volkssozialistischen Preisen“.

Als Veranstaltungsort des Treffens war nur der „Raum Aachen“ angekündigt worden. Interessierte sollten weitere Informationen jedoch bei dem DR-Kreisverband Aachen erfragen. Das Neonazi-Treffen selbst verlief dann am Montag in Kerpen-Manheim laut Polizei ohne Zwischenfälle, bis auf einen Besucher, der im alkoholisierten Zustand am Steuer seines Autos erwischt wurde. Eine „Außenwirkung“ fand laut Polizei nicht statt. Abgehalten wurde das Neonazi-Konzert in einer Schützenhalle in Manheim, die direkt neben dem Sportplatz in einem kleinen Waldbereich am Ortsrand liegt.

„Lunikoff“ hat als brauner Liedermacher zeit- und parteinah verschiedene Auftritte absolviert. Er und andere Musiker der Band „Landser“, Losung: „Braune Musik Fraktion“, mussten sich vor Jahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht verantworten, Regener musste eine Haftstrafe absitzen. Unterdessen tritt der Berliner Rechtsrocker mit seiner neuen Band „Die Lunikoff Verschwörung“ auf. Waren „Landser“-Alben durch die Behörden überwiegend wegen ihrer aggressiven und volksverhetzenden Texte verboten worden, blieben die CDs der neuen Band bisher nur ein Fall für den Jugendschutzindex der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien.  Regener selbst tritt zudem solo als brauner Liedermacher „Lunikoff“ auf. (mik)

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